Vingelen. Foto: Christine Baglo

UNESCO Weltkulturerbe

Das als UNESCO Weltkulturerbe geschützte Røros liegt in der Mitte Norwegens und präsentiert sich als Bergbaustadt wie aus dem Bilderbuch: Noble Direktorenvillen im Empirestil sowie die typisch rostrot oder gelb gestrichenen Gebäude für Ingenieure und Beamte reihen sich in der Bergwerksgate aneinander, während die schlichten, windschiefen Blockhäuser der Arbeiter die angrenzenden Gassen prägen. Bis auf fünf Häuser besteht die komplette Altstadt aus Holz. Sie wird überragt vom Kirchturm mit dem Zeichen der Bergleute.

Kupferhistorie

Ein Bummel durch den Ort offenbart viele ungewöhnliche Details, in Hinterhöfen wurden gemütliche Cafés eingerichtet, und die Spezialität im authentisch möblierten Restaurant Vertshuset heißt „Bergmannsteller“. Als 1896 das Elektrizitätswerk Kuråsfossen den Betrieb aufnahm, bekam Røros ein Jahr später als dritte Stadt in Europa nach Paris und Hammerfest eine elektrische Straßenbeleuchtung. Heute stellen die Olavsgrube, die ehemalige Schmelzhütte und das Museum am Sleggveien die wichtigsten Kulturdenkmäler und zugleich die größten Touristenattraktionen der Stadt dar.

Naturerbe

Aber nicht nur Røros selbst, sondern auch die umgebende Natur bieten reizvolle Ausflugsziele: Zwei Nationalparks sowie unzählige Natur- und Landschaftsschutzgebiete machen die Region zum Dorado für Naturliebhaber, Familien und Aktivurlauber: Der Nationalpark Forollhogna wird häufig als „die freundlichen Berge“ bezeichnet und bietet riesige Hochgebirgsflächen, sanfte Talseiten und Wiesen. Unter anderem fühlt sich Norwegens am stärksten wachsender Stamm an Wildrentieren, der für seine großen Böcke mit schönen Geweihen bekannt ist, hier heimisch.

Der Nationalpark Femundsmarka erstreckt sich vom Femundsen-See bis hin zur schwedischen Grenze und gilt als eines der größten zusammenhängenden Wildnisgebiete in Süd-Skandinavien. Der Park zieht besonders Wanderer, Radler, Kanuten und Angler in seinen Bann. Aber auch Hobby-Kulturhistoriker finden hier spannendes „Futter“, denn noch heute sind die Spuren der Flößerei und verschiedener Almhütten sichtbar.

Fliegenfischer und Angler bekommen bei der großen Zahl an Äschen, Hechten oder Forellen leuchtende Augen, und Jägern laufen in den abwechslungsreichen Revieren besonders Schneehühner vor die Flinte. Wer sich nicht im, sondern lieber auf dem Wasser betätigt, kann sich bei verschiedenen Anbietern vor Ort Kanus und Boote ausleihen und sich auf den Seen, Flüssen und Stromschnellen der Region auspowern.

Bergbauernhöfe

Rund um Røros laden viele hundert Jahre alte und noch heute bewirtschaftete Almen und Bergbauernhöfe zu einem Besuch der besonderen Art ein. Sie sind zudem gute Ausgangspunkte für Wanderungen oder für eine Stärkung unterwegs. Besonders im Frühjahr, Sommer und Herbst lockt die offene, weite Fjelllandschaft mit zahlreichen Gewässern, Flussläufen und bewaldeten Tälern. Auch Radler finden auf dem gut ausgebauten Wegenetz immer wieder neue, spannende Touren für Groß und Klein. Das Fremdenverkehrsamt hält unzählige Tourentipps bereits, zum Beispiel den Nørdalen Natur- und Kulturpfad mit seinen Einblicken in das Tier-, Pflanzen- und Vogelleben, die alte Bergwerksstraße nach Storwartz, die Gartenanlage bei Hiortengan oder die Wanderung Karolinerleden. Fahrräder und Guides, sowohl für Wanderungen als auch für Ausflüge mit dem Rad, können in Røros gebucht werden.

Gewinner Tourism for Tomorrow

Die Destination Røros im Norden von Norwegen hat Grund zur Freude: Der World Travel & Tourism Council (WTTC) nominierte das Reiseziel jetzt als die Gewinner in der internationale Auszeichnung „Tourism for Tomorrow“ in der Kategorie Destinationsverwaltung. Die Tourismusexperten honorieren mit der Nominierung die herausragenden Bemühungen von Røros in punkto Nachhaltigkeit, sowohl im sozialen und wirtschaftlichen Bereich als auch in Sachen Umweltschutz. Mitbewerber um den angesehenen Preis, welcher Mitte April 2012 in Tokio verliehen wird, sind das indonesische Misool Eco Resort sowie die japanische Stadt Tanabe.

Linda M. Ramberg, Tourismusdirektorin in Røros, freut sich über die Nominierung: „Dies ist eine der bedeutendsten und namhaftesten Auszeichnungen in der internationalen Reiseindustrie, auf die wir sehr stolz sein können. Vor vier Jahren haben wir gemeinsam in einem breit angelegten Strategie-Meeting die Stärken und Chancen der Destination herausgearbeitet. Dabei haben wir die touristische Nachhaltigkeit als ein Kernthema identifiziert, das wir seitdem mit großem Enthusiasmus weiterentwickeln.“

Hilde Bergebakken, Managerin des nationalen Pilotprojekts für nachhaltige Entwicklung, ist begeistert: „Allein die Nominierung ist ein großer Triumph! Es ist das erste Mal, dass eine norwegische Organisation vorgeschlagen wurde. Schon in der Vergangenheit haben wir, zum Beispiel bei der Entwicklung des Welterbes oder der regionalen Nationalparks, großen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. In den letzten Jahren haben wir ein umfangreiches Bildungsprogramm gestartet, unsere Abfallentsorgung optimiert sowie grüne Richtlinien und Umweltzertifizierungen ins Leben gerufen.“

Der „Tourism for Tomorrow“-Award wird in vier Kategorien verliehen. Sie stehen beispielhaft für ebenso erfolgreiche wie nachhaltige Destinationsentwicklungen. Zudem honoriert der Preis Praxisbeispiele, die seltene oder bedrohte Arten sowie ihren Lebensraum schützen und zeigt, wie sanfter Tourismus – bei gleichzeitiger exzellenter Gästeerfahrung vor Ort – einen positiven Beitrag zur Armutsbekämpfung, zur lokalen Wirtschaftsentwicklung und zum Schutz des Kulturerbes leisten kann.

Bestes Reiseziel Responsible Tourism Awards

Erst im November 2011 hatte Røros während der Reisemesse WTM in London den prestigeträchtigen Preis als „Bestes Reiseziel“ für verantwortungsbewussten Tourismus von Virgin Holidays entgegengenommen. In der Begründung der Jury heißt es, dem nur 3.700 Einwohner zählenden Ort gelinge es, trotz mehr als einer Million Besuchern im Jahr seine ursprüngliche Atmosphäre und die lokalen Besonderheiten zu bewahren.

Weitere Anerkennungen:

1991 –   Norwegens Beitrag zum Wettbewerb „Europas besterhaltenes Dorf“

1995 –   Erster Platz beim Europäischen Grand Prix – Erster Platz in Norwegen „Umwelt und       Tourismus“

2009 –   Pilot der Norwegischen Reiseindustrie für „Nachhaltigkeit 2015“

2010 –   Norwegens Kandidat für die „Tourism for Tomorrow“-Awards, Destinationsverwaltung

2011 –   „Beste Destination“ bei den Virgin Holidays Responsible Tourism Awards zum WTM in London

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